
Textilpflege von A bis Z: Fasern richtig waschen
Alpaka, Daunen, Leinen, Seide, Wolle: Welche Faser verträgt welches Programm, welche Temperatur und welches Waschmittel — und wo Ihre Miele Waschmaschine die Arbeit übernimmt. Vom Miele Center Neuwirth in Wien.

Vor einem Berg Wäsche stellt sich jedes Mal dieselbe Frage: Was darf zusammen, und bei wie viel Grad? Meistens geht es gut. Und manchmal kommt der Lieblingspullover zwei Nummern kleiner zurück oder das weiße Hemd rosa.
Mit einer Miele Waschmaschine kann eigentlich wenig schiefgehen — die Programme sind auf die jeweilige Faser abgestimmt, die Schontrommel schont das Gewebe, und für heikle Textilien gibt es eigene Spezialwaschmittel. Entscheidend bleibt aber, was für ein Stoff vor Ihnen liegt. Naturfasern wie Wolle, Baumwolle, Seide und Leinen haben klare Eigenschaften. Bei Synthetik und Mischgewebe hilft nur das Pflegeetikett.
Diese Übersicht sagt Ihnen für jede gängige Faser: worauf sie empfindlich reagiert, welches Miele Programm passt und womit Sie sie waschen.
Drei Regeln, die für alle Fasern gelten
Das Pflegeetikett schlägt jede Regel
Der Bottich mit der Zahl nennt die Höchsttemperatur, der Balken darunter steht für Schonwaschgang, zwei Balken für Feinwäsche. Ein durchgestrichener Bottich heißt: nur chemische Reinigung.
Alle Symbole im WaschlexikonSortieren spart mehr als jedes Sparprogramm
Nach Farbe, nach Gewebeart und nach Verschmutzung getrennt zu waschen erspart Ihnen Graustich, Verfärbungen und aufgeraute Oberflächen — und Sie können jedes Programm richtig nutzen.
Zu den WaschtippsWeniger Waschmittel als gedacht
Wien hat weiches bis mittelhartes Wasser. Die Dosierangabe für harte Bereiche auf der Packung ist hier deutlich zu viel — das Ergebnis sind Rückstände im Gewebe, nicht mehr Sauberkeit.
Miele Waschmittel ansehenFasern und Textilien von A bis Z
Alpaka
Feines, leichtes Haar aus den Anden — wärmer als Schafwolle und fast ohne Wollfett.
Ein Tier liefert im Jahr etwa die Wolle für einen Pullover. Die Faser ist fein und trotzdem widerstandsfähig, sie kratzt kaum und nimmt wenig Geruch an. Empfindlich ist sie gegen Reibung und Hitze: Zu warmes Wasser und mechanische Bewegung lassen sie verfilzen.
Miele-Tipp: Programm Wolle bei 30 Grad, niedrige Schleuderdrehzahl (400 bis 600). Mit CapDosing WoolCare dosiert die Maschine das Wollwaschmittel selbst. Danach liegend trocknen, nie aufhängen — nasses Alpaka zieht sich in die Länge.
Baumwolle
Die robusteste der Naturfasern: saugfähig, gut färbbar, hitzebeständig — aber wenig elastisch.
Baumwolle nimmt viel Feuchtigkeit auf, lässt sich bleichen und verträgt hohe Temperaturen. Dafür knittert sie leicht und kann beim ersten Waschen eingehen, wenn sie nicht vorgeschrumpft ist. Weiße Baumwolle vergraut, wenn sie dauerhaft mit Buntwaschmittel gewaschen wird.
Miele-Tipp: Programm Baumwolle, für Weißes mit Vollwaschmittel, für Buntes mit Colorwaschmittel. QuickPowerWash wäscht leicht Verschmutztes in 49 Minuten sauber. Handtücher und Bettwäsche einmal im Monat bei 60 Grad — das hält die Faser hygienisch rein.
Daunen und Federbetten
Hohe Füllkraft, wärmend, isolierend — und heikel, weil die Füllung beim Trocknen verklumpt.
Zwischen weißen und grauen Daunen gibt es qualitativ keinen Unterschied, weiße sind nur teurer. Damit die Füllkraft erhalten bleibt, müssen Daunen regelmäßig gelüftet und aufgeschüttelt werden. Beim Waschen ist nicht das Waschen das Problem, sondern das vollständige Durchtrocknen.
Miele-Tipp: Programm Daunen mit CapDosing DownCare, dazu ausreichend Trommelvolumen — ein Federbett braucht mindestens 8 kg Fassungsvermögen. Anschließend im Trockner mit ein paar Trocknerbällen, bis die Füllung wirklich trocken ist.
Frottier
Schlingengewebe aus Baumwolle: je mehr Schlingen, desto saugfähiger.
Frottier lebt von den aufgestellten Schlingen. Weichspüler legt sich um die Faser und macht sie weich, senkt aber die Saugfähigkeit spürbar. Hart wird Frottier vor allem dann, wenn es zu schwach geschleudert oder an der Luft getrocknet wird.
Miele-Tipp: Bei 60 Grad im Programm Baumwolle waschen, hoch schleudern (1400 bis 1600) und im Trockner auf Schranktrocken trocknen. Das macht Handtücher flauschig, ganz ohne Weichspüler.
Funktionstextilien und Membranen
Klimastoffe transportieren Feuchtigkeit nach außen und halten Wasser ab — solange die Imprägnierung intakt ist.
Sport- und Outdoorbekleidung verliert ihre Funktion nicht durchs Waschen, sondern durch Waschmittelrückstände und ausgewaschene Imprägnierung. Weichspüler ist hier der größte Fehler: Er verstopft die Poren der Membran.
Miele-Tipp: Programm Outdoor oder Sportwäsche, Flüssigwaschmittel oder CapDosing SportCare, kein Weichspüler. Das Programm Imprägnieren frischt die wasserabweisende Ausrüstung wieder auf.
Jeans und dunkle Wäsche
Schwerer Baumwollköper, dessen Indigofarbe sich bei jedem Waschgang etwas löst.
Jeans verlieren Farbe vor allem durch Reibung an der Außenseite. Helle Streifen entstehen dort, wo der Stoff im Waschgang aneinanderreibt. Auch Waschmittelrückstände zeigen sich auf Dunklem als weißer Schleier.
Miele-Tipp: Auf links drehen, Programm Dunkles/Jeans bei 30 Grad, Flüssigwaschmittel statt Pulver. Nicht in den Trockner — Jeans laufen dort ein und verlieren Form.
Kaschmir
Das Unterhaar der Kaschmirziege: extrem fein, sehr warm, sehr empfindlich.
Ein Tier liefert pro Jahr nur rund 150 Gramm. Kaschmir ist noch feiner als Alpaka und reagiert entsprechend empfindlich auf Hitze, Bewegung und alkalische Waschmittel. Pilling entsteht bei neuen Teilen fast immer und lässt nach einigen Trageperioden nach.
Miele-Tipp: Programm Wolle oder Handwäsche bei 30 Grad, wenig Beladung, Schleudern auf 400 reduzieren. CapDosing WoolCare statt Vollwaschmittel. Liegend auf einem Handtuch trocknen.
Leder und Wildleder
Gegerbte Tierhaut — sie darf Feuchtigkeit sehen, aber niemals Waschlauge und Hitze.
Leder wird beim Waschen hart und verliert die Fette, die es geschmeidig halten. Auch Nappa- und Wildlederteile mit Pflegeetikett gehören zur Reinigung, nicht in die Maschine. Textilien mit Lederapplikationen sind ebenso betroffen.
Miele-Tipp: Nicht waschen. Oberflächlichen Schmutz trocken abbürsten, Flecken vorsichtig mit einem leicht feuchten Tuch abtupfen und das Teil bei Zimmertemperatur trocknen lassen — nie auf der Heizung.
Leinen
Aus der Flachsfaser: kühl, extrem reißfest, fusselfrei — und von Natur aus knittrig.
Leinen nimmt Feuchtigkeit schnell auf und gibt sie ebenso schnell wieder ab, deshalb fühlt es sich im Sommer kühl an. Es ist die stärkste Naturfaser, aber wenig elastisch: Knitterfalten gehören zum Material. Scharfe Bleiche und starkes Reiben schaden ihm.
Miele-Tipp: Programm Baumwolle bei 40 bis 60 Grad, Trommel nur halb füllen. Schleudern auf 800 begrenzen und leicht feucht bügeln — mit dem FashionMaster oder der Dampffunktion geht das deutlich schneller.
Mikrofaser
Ultrafeine Synthetikfasern für Reinigungstücher, Sportwäsche und Bettwaren.
Die feine Struktur nimmt Schmutz und Fett mechanisch auf. Genau das macht Mikrofaser empfindlich gegen Weichspüler und Waschmittelrückstände: Beides legt sich in die Faserzwischenräume und nimmt der Faser ihre Wirkung. Hohe Temperaturen lassen sie außerdem verhärten.
Miele-Tipp: Programm Pflegeleicht bei maximal 60 Grad, Flüssigwaschmittel, kein Weichspüler. Reinigungstücher getrennt von Baumwolle waschen, sonst ziehen sie deren Flusen an.
Mischgewebe
Kombinationen aus Natur- und Chemiefasern — gewaschen wird nach der empfindlicheren Faser.
Baumwolle mit Elasthan, Wolle mit Polyamid, Leinen mit Viskose: Mischungen verbinden Tragekomfort mit Formstabilität. Für die Pflege gilt immer der niedrigere Wert. Elasthananteile vertragen weder hohe Temperaturen noch den Trockner — beides macht die Faser spröde.
Miele-Tipp: Programm Pflegeleicht bei 30 bis 40 Grad. Die Miele Schontrommel mit ihrer Wabenstruktur bewegt Mischgewebe auf einem Wasserfilm, das reduziert Pilling deutlich.
Popeline
Dicht gewebter Baumwollstoff mit feinen Querrippen — der klassische Hemdenstoff.
Popeline ist glatt, strapazierfähig und formstabil. Weil das Gewebe so dicht ist, trocknet es langsam und knittert im geschleuderten Zustand stark. Verfärbungen im Kragenbereich stammen meist von Hautfett, das kaltes Wasser nicht löst.
Miele-Tipp: Programm Oberhemden mit reduzierter Schleuderdrehzahl, Kragen und Manschetten vorher mit der Fleckenoption behandeln. Feucht aufhängen oder mit dem FashionMaster nachdämpfen.
Seide
Das Gespinst der Seidenraupe: sehr fein, sehr glatt, empfindlich gegen Alkali und Hitze.
Seide ist erstaunlich reißfest, verliert aber nass an Festigkeit. Vollwaschmittel mit Enzymen greift das Eiweiß der Faser an, optische Aufheller und Bleiche machen sie stumpf. Schweiß und Deodorant hinterlassen dauerhafte Ränder, wenn sie zu lange einwirken.
Miele-Tipp: Programm Seide oder Handwäsche bei 30 Grad, kurz schleudern (maximal 400). CapDosing SilkCare statt Feinwaschmittel. Nicht in den Trockner, im Schatten liegend trocknen.
Synthetische Fasern
Polyester, Polyamid, Acryl und Elasthan: formstabil, schnell trocknend, wärmeempfindlich.
Chemiefasern knittern kaum und behalten ihre Form, nehmen aber Fett und Gerüche stärker auf als Baumwolle und geben sie schlechter wieder ab. Zu hohe Temperaturen lassen sie verhärten oder glänzen. Bei welcher Faser Sie sind, sagt Ihnen oft nur das Etikett.
Miele-Tipp: Programm Pflegeleicht bei 40 Grad mit reichlich Wasser und wenig Beladung — je mehr Platz die Wäsche hat, desto weniger Knitterfalten. Trockner auf niedriger Stufe oder Programm Glätten.
Viskose
Aus Zellulose gewonnen: fällt weich wie Seide, verliert nass aber stark an Reißfestigkeit.
Viskose ist eine Chemiefaser aus natürlichem Rohstoff. Sie ist angenehm zu tragen und gut färbbar, im nassen Zustand jedoch besonders empfindlich — Wringen, starkes Schleudern und der Trockner führen zu bleibenden Verformungen und Einlaufen.
Miele-Tipp: Programm Feinwäsche bei 30 Grad, Schleudern auf 600 begrenzen, nicht in den Trockner. Auf dem Bügel in Form ziehen und liegend oder hängend trocknen lassen.
Wolle
Schafwolle mit Schuppenschicht: wärmt, ist selbstreinigend — und verfilzt bei Hitze und Bewegung.
Wolle nimmt bis zu einem Drittel ihres Gewichts an Feuchtigkeit auf, ohne sich nass anzufühlen, und nimmt kaum Geruch an. Oft reicht Lüften statt Waschen. Verfilzen entsteht durch die Kombination aus Wärme, Wasser und Reibung: Die Schuppen verhaken sich unwiderruflich.
Miele-Tipp: Programm Wolle bewegt die Trommel nur in langen Pausen und mit sanftem Rhythmus. 30 Grad, CapDosing WoolCare, wenig schleudern. Im Trockner nur mit dem Wolle-Finish-Korb, in dem das Teil ruhig liegt.
Häufige Fragen zur Textilpflege
Warum läuft Wolle ein?
Wollfasern haben eine Schuppenschicht. Wärme, Wasser und Reibung stellen die Schuppen auf, sie verhaken sich ineinander und das Gewebe zieht sich zusammen. Der Vorgang ist nicht umkehrbar. Deshalb: 30 Grad, Wollprogramm, wenig Schleudern.
Kann man Daunen selbst waschen?
Ja, wenn die Maschine groß genug ist. Ein Federbett braucht mindestens 8 kg Fassungsvermögen und viel Wasser, sonst wird das Waschmittel nicht ausgespült. Wichtiger als das Waschen ist das vollständige Trocknen — feuchte Daunen verkleben und riechen.
Warum werden Handtücher hart?
Meist wegen zu schwachem Schleudern und Lufttrocknung: Die Schlingen legen sich flach. Weichspüler macht sie zwar weich, verschließt aber die Faser und nimmt Saugkraft. Besser hoch schleudern und im Trockner auf Schranktrocken fertig trocknen.
Welches Waschmittel für Seide und Wolle?
Kein Vollwaschmittel — die Enzyme darin greifen die Eiweißfaser an. Richtig sind Woll- oder Seidenwaschmittel, bei Miele die CapDosing-Kapseln WoolCare und SilkCare, die die Maschine im richtigen Moment selbst zugibt.
Wieso verliert Outdoorkleidung ihre Wirkung?
Nicht durchs Waschen, sondern durch Weichspüler und Waschmittelrückstände, die die Membranporen verschließen. Waschen Sie Funktionstextilien mit Flüssigwaschmittel im Outdoor-Programm und frischen Sie die Imprägnierung im Programm Imprägnieren auf.
Was tun, wenn ein Fleck drin ist?
Zuerst die Faser bestimmen, dann das Mittel wählen — Eiweißflecken nie warm, Fettflecken nie kalt. Unser Flecken-ABC geht 48 Fleckenarten einzeln durch, inklusive Miele Fleckenoption und passendem Programm.
Sie sind sich bei einem Teil nicht sicher?
Rufen Sie an, bevor Sie es riskieren — Donaustadt 01/734 44 55, Leopoldstadt 01/216 13 31. Wir beraten seit 1987 zu Miele Geräten und Wäschepflege und haben unseren eigenen Kundendienst in Wien.
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